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Wirtschaftsförderung ist absolute Chefsache

Leonberg OB-Kandidat Nummer 3:         Der Veränderer
Von Thomas K. Slotwinski     Samstag, 1. Juli 2017

„Wirtschaftsförderung ist absolute Chefsache“: OB-Kandidat Andreas Knörle
Foto: factum/Archiv
Leonberg - Andreas Knörle hat seine eigenen Vorstellungen: „Würde hier der Ruf nach Ruhe und Kontinuität laut, dann wäre ich nicht der Richtige.“ Doch diesen Wunsch hat der 41-Jährige bisher noch nicht gehört. Und deshalb will er der neue Oberbürgermeister von Leonberg werden. „Ich brauche eine Aufgabe, an die ich mit Leidenschaft herangehen kann“, erklärt der Sozialpädagoge und Verwaltungsmanager. „Hier kann man was bewegen.“
Das kann Knörle in Calw auch. Im dortigen Landratsamt leitet er das Dezernat für Personal, Organisation und Wirtschaftsförderung, ist für die Digitalisierung und den Breitband-Ausbau zuständig und verantwortet den Nahverkehr und damit auch die umstrittene Hermann-Hesse-Bahn.
Genug Aufgaben für einen Mann um die 40, könnte man meinen. Doch das reicht Andreas Knörle nicht: „In Calw bin ich in der zweiten Reihe. Aber ich möchte selbst Verantwortung übernehmen.“
Als OB von Leonberg könnte er das. Zumal er sich einer breiten Unterstützung erfreuen kann. Der gebürtige Überlinger ist jener Bewerber, den die CDU und die Freien Wähler nach langer Suche nun endlich gefunden haben. Rückendeckung bekommt er zudem von den Grünen, der FDP, der Neuen Liste und der Wählergemeinschaft SALZ.
Dort hat er sich überall vorgestellt. „Es waren sehr intensive Gespräche“, sagt Knörle. „Alle sind an einer Weiterentwicklung von Leonberg stark interessiert. Das ist beeindruckend. Diese breite Unterstützung habe ich mir dringend gewünscht.“
Andreas Knörle wird sie benötigen, sollte er am 24. September tatsächlich zum Nachfolger von Bernhard Schuler gewählt werden, der sich im Dezember nach 24 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.
Ist doch der Aufgabenzettel der Kandidaten umfangreich. Begeistert ist er vom Marktplatz. Doch bei einem abendlichen Restaurantbesuch musste Knörle feststellen, dass im Herzen der Altstadt nichts los war. Für ihn völlig unverständlich: „Jede andere Stadt wäre froh, hätte sie solch einen tollen Marktplatz.“ Er will dort Leben haben – von Konzerten bis hin zu einem erlebnisorientierten Samstagsmarkt. Dass er sich dabei an heilige Kühe wagt, stört ihn wenig. „Wenn ich nichts ändern wollte, müsste ich nicht antreten.“
Für Andreas Knörle steht außer Frage, dass die Altstadt auch für Auswärtige einen Besuch wert ist. „Der Tagestourismus spielt hier noch gar keine Rolle“, wundert er sich. „Aber Gäste müssen nicht nur nach Stuttgart fahren. Die S-Bahn fährt auch in die andere Richtung.“
Für die Arbeit innerhalb der Verwaltung hat der Dezernent aus Calw klare Vorstellungen: Bürger und Unternehmen sollen nicht wie Bittsteller, sondern wie Kunden behandelt werden. Bauanträge müssten in vier Wochen bearbeitet, Rechnungen binnen 15 Werktagen bezahlt werden. Firmen sollen bei Formalien beraten werden.
Unter Wirtschaftsförderung versteht Andreas Knörle vor allem eine vernünftige Infrastruktur: Ein funktionierendes Breitbandnetz und Flächen, auf den denen sich vornehmlich heimische Betriebe bei Bedarf erweitern können. Und: „Wirtschaftsförderung ist absolute Chefsache, die zwingend beim OB angesiedelt werden muss.“
Spricht so ein Sozialpädagoge, der als Zivildienstleistender in einer Behindertenwerkstatt, wie er heute sagt, „erwachsen geworden“ ist? Für Knörle ist soziales Engagement und modernes Management kein Widerspruch: „Man kann Dinge unmittelbar beeinflussen, von denen die Menschen profitieren. Im Grunde ist eine gute Verwaltung Sozialarbeit im Großen.“
Damit diese Kombination funktioniert, hatte er neben Sozialpädagogik Verwaltungsmanagement und Gesundheitsmanagement mit dem Schwerpunkt Krankenhaus studiert. Letztere Ausbildung kommt ihm jetzt zugute, ist doch der Landkreis Calw mit den Krankenhäusern in Calw und Nagold am Klinikverbund Südwest beteiligt. Die Diskussion um die Stellung kleineren Kliniken, die in Leonberg besonders intensiv geführt wird, ist ihm nicht neu.
Und noch ein Phänomen hat der Bewerber auf seinen ersten Besuchen festgestellt: „Bei der Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt, beim Selbstbewusstsein als Leonberger, ist noch Luft nach oben.“ Andreas Knörle findet es richtig, dass die einzelnen Stadtteile ihre eigene Identität haben. „Aber die Dachmarke ist Leonberg.“
Außerhalb, so hat der Kandidat beobachtet, hat die Stadt einen sehr viel besseren Ruf. Selbst sein Chef, der Calwer Landrat Helmut Riegger, hat ihn ausdrücklich zur Bewerbung ermuntert: „Er hat mir gesagt, dass Leonberg eine tolle Chance ist.“
Dass er im Januar in die CDU eingetreten ist, so versichert Knörle, habe nichts mit dem OB-Thema zu tun: „Es ist ein rein persönliches Statement. In der CDU finde ich die meisten meiner Überzeugungen wieder. Aber eine parteipolitisch orientierte Amtsführung lehne ich ab.“
Und was ist mit seinen Mitbewerbern? Er hat Martin Kaufmann (SPD) und den Ersten Bürgermeister Ulrich Vonderheid, der seine CDU-Mitgliedschaft während des Wahlkampfes ruhen lässt, noch nicht kennen gelernt. „Aber ich führe keinen Wahlkampf gegen jemanden anderen, sondern werbe für mich und meine Ideen.“
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Leonberger Kreiszeitung, in der dieser Text am 1. Juli 2017 erschienen ist.

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