CDU Kreisverband Böblingen

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Leonberger Blickwinkel

  

Drei politische Profis mit dem Bewusstsein für Macht gehen in den Ring

Späteinsteiger mit Rückenwind

OB-Wahl

Mit Andreas Knörle stellen CDU und Freie Wähler einen interessanten Kandidaten vor, der auch bei anderen Kräften ankommt.
Von Thomas K. Slotwinski

Auf den vielen Festle in Leonberg am vergangenen Wochenende war die OB-Wahl eines der Top-Themen.
Die Kandidaten Martin Kaufmann und Ulrich Vonderheid eilten von Fassanstich zu Fassanstich. Allein CDU und Freie Wähler mussten hinsichtlich eines gemeinsamen Bewerbers weiterhin passen. Nicht nur in den Reihen der beiden stärksten Kräfte im Gemeinderat machte sich deshalb eine gewisse Unruhe breit.
Hinter den Kulissen aber wurden intensive Gespräche geführt. Und am Anfang der Woche wurde jener, der es werden soll, jenen Ratskräften präsentiert, die wohl auf einen eigenen Bewerber verzichten. Mit dem Ergebnis, dass Andreas Knörle bei Grünen, FDP, Neuer Liste und SALZ durchaus Eindruck machte. Erst als klar war, dass der 41-Jährige aus dem Landratsamt in Calw mit einer breiten Unterstützung rechnen kann, ging dieser nach draußen.
Und dort wird Knörle jetzt öfters zu sehen sein. Der Dezernent, der soziales Bewusstsein mit modernem Management vereinen will, möchte die Meinungen und Wünsche der Leonberger kennen lernen. Und er will sein Gespür für die Stadt vergrößern. Das ist schon jetzt erstaunlich ausgeprägt. Andreas Knörle war nicht nur zu Verhandlungen hier. Er ist in der Altstadt unterwegs gewesen, hat sich die verschiedenen Stadtteile angeschaut und die aktuellen Diskussionen verfolgt.
Das muss er auch, sind doch seine beiden bisherigen Mitbewerber politische Schwergewichte. Ulrich Vonderheid kennt als Erster Bürgermeister die Verwaltung von innen und kann sich kraft Amtes dauerhaft in Szene setzen. Dass seine CDU ihn nicht unterstützt, legt er anders aus: Er will sich als Unabhängiger präsentieren.
Keine Probleme mit seiner Partei hat Martin Kaufmann. Der Bürgermeister von Rudersberg ist aktiver Sozialdemokrat und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rems-Murr-Kreistag. In seiner Heimatkommune ist er für einen forschen Führungsstil und Durchsetzungsvermögen bekannt.
Es treten also drei Profis gegeneinander an, die das politische Geschäft verstehen und ein ausgeprägtes Machtbewusstsein haben. Die nächsten Wochen werden zeigen, mit welchen Inhalten sie bei den Menschen punkten wollen.
Unter dem Strich, so scheint es, haben CDU und Freie Wähler nach einer zähen Suche einen interessanten Griff gemacht. Andreas Knörle will, genau wie seine Mitbewerber auch, unbedingt gewinnen. Dass er neben seiner Verwaltungserfahrung zudem einen sozialpädagogischen Hintergrund hat, hebt ihn von den beiden anderen sogar ab. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob Knörle jetzt wirklich aus reiner Überzeugung oder doch auch aus taktischen Erwägungen in die CDU eingetreten ist. Seinem Auftritt bei den anderen Ratskräften hat die Parteimitgliedschaft nicht geschadet. Der Späteinsteiger geht mit Rückenwind ins Rennen um den OB Sessel.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Leonberger Kreiszeitung, in der dieser Text am 1. Juli 2017 erschienen ist.

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