CDU Kreisverband Böblingen

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Cyber-Angriffe - Wie schützen wir unser Stromnetz, die Gas- und Wasserversorgung?

Oliver Zander, Dr. Tobias Bringmann, Michael Moroff, Richard Huber, Clemens Binninger, Elke Staubach

Bei der gut besuchten Veranstaltung der Leonberger CDU-Gemeinderatsfraktion und des CDU-Stadtverbands Leonberg führte der Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger ins Thema „Cyber-Angriffe auf kritische Infrastruktur“ ein. Dabei ging es auch um das von Bundesminister de Maizière überarbeitete Konzept für zivile Verteidigung (Zivilschutzkonzept). Der Sicherheitsexperte legte anschaulich dar, warum Cyber-Angriffe bei privaten Haushalten, Firmen aber auch Behörden zu Problemen führen können. Er führte aus, dass Cyber-Angriffe keine Angst machen dürfen und bemängelte, dass betroffene Firmen solche Angriffe in der Vergangenheit nicht oder nur unzureichend an die zuständigen Sicherheitsbehörden kommunizieren würden. Deshalb gibt es jetzt ein IT-Sicherheitsgesetz mit Meldepflichten bei Cyber-Angriffen auf wichtige Infrastrukturbetriebe, so Binninger, dies betreffe aber nur größere Firmen, deutschlandweit ca. 1500 Betriebe. Weiterhin wurde das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Amt gestärkt und als Zentralstelle für IT-Sicherheit etabliert. Es verhindert z. B. bei Bundesbehörden täglich bis zu 3.000 Zugriffe auf infizierte Homepages. Näheres über BSI und Cyber-Sicherheit findet man unter: www.bsi.bund.de

Gesundheit, Wasser, Strom, Geld und Lebensmittel gehören zur „kritischen Infrastruktur“, erklärte Binninger. Wenn diese ausfallen würden, könne es Engpässe für die Bevölkerung geben. Daher müsse hier dringend vorgesorgt werden.

Richard Huber, Leiter Betrieb Strom-/Gasnetze Netze BW zeigte auf, dass es allein in Baden-Württemberg 7600 km Stromkreisnetze gibt sowie 150.000 Anlagen, die miteinander verbunden sind. Umspannwerke könnten Risikofaktoren sein. „Wir kennen die Schwachpunkte in unserem Netz, beispielsweise durch die teils sehr hohe Schneelast“, so Huber.

Dr.  Tobias Bringmann vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) verdeutlichte, dass neben Cyber-Angriffen auch Tiere wie Marder oder Biber Probleme in den Versorgungsnetzen verursachen könnten. Er stellte weiter fest, dass die Qualität des Wassers der Bodenseewasserversorgung sehr hoch sei und Wasser grundsätzlich immer zur Verfügung stehen müsse, da es das wichtigste Lebensmittel sei. Bei einer Versorgungsunterbrechung könne gewährleistet werden, dass Wasser für weitere 48 Stunden zur Verfügung steht. Die Daseinsfürsorge würde nach seiner Ansicht aber in den politischen Gremien immer noch zu wenig beachtet werden. Er verwies auf die hohen Investitionskosten, die zur Minimierung der Gefahren notwendig seien. Aber eine absolute Sicherheit gäbe es nicht, stellte er abschließend fest.

Die Referenten waren sich einig, dass es schwierig sei die Versorgung aufrecht zu erhalten, wenn großflächig der Strom ausfällt. Hierauf müsse man jedoch vorbereitet sein, auch wenn man hoffe, dass dieser Fall nie eintritt.  Die Referenten rieten den Anwesenden, durchaus in gewissem Maße auch selbst vorzusorgen und z. B. immer einen Wasservorrat sowie trockene Lebensmittel vorzuhalten. Für weitere hilfreiche Tipps verwiesen sie zudem auf das überarbeitete Konzept zur zivilen Verteidigung und die Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (www.bbk.bund.de).

Es stellte sich den interessierten Zuhörern in der Leonberger Stadthalle zudem die Frage, inwieweit die Stadt Leonberg auf den Ausfall der „kritischer Infrastruktur“ vorbereitet ist und was diese Vorsorge kosten würde. Kommunen müssten schließlich auch in Ausnahmesituationen handlungsfähig bleiben, wenn es beispielsweise einen längeren Stromausfall gibt. Daher wurde eindringlich an die anwesenden Gemeinderäte appelliert, zum Thema Sicherheit der kommunalen Einrichtungen bei der Stadtverwaltung nachzuhaken.
 
Geschickt hatte Michael Moroff, Aufsichtsratsmitglied der Leo-Energie und neuer CDU-Kreisvorsitzender, an dem Abend immer wieder auch mit Fragen an die Referenten zu dieser Thematik sensibilisiert. Und Oliver Zander, stellvertretend für den CDU-Stadtverband, gab zum Abschluss als Frage mit auf den Heimweg: „Was kann ich selbst tun ? Wo sind Angriffspunkte, die ich schützen muss ?“

Elke Staubach

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