CDU Kreisverband Böblingen

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Krippenbesuch der CDU-Mitglieder in Renningen

CDU-Mitglieder waren am 25. Januar 2017 an der Renninger Krippe. Wolfgang Rückert sprach über das Thema der diesjährigen Krippe „Eine feste Burg ist unser Gott“ und über das Spannungsverhältnis Christ und Politik; war doch die CDU nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland die erste Vereinigung die ökumenisch gestaltet wurde.


Zunächst begrüßte der Initiator Pfarrer Franz Pitzal die „Wallfahrer“ und sprach über den ökumenischen Gedanken, er erläuterte die einzelnen Stationen.

Wolfgang Rückert warf die Frage auf: wie halten wir es mit diesem Motto im tagtäglichen Leben!?
Mit der dominierenden Wartburg werden wir erinnert an das 500-jährige Jubiläum der Reformation, an Luthers berechtigte Kritik an Fehlentwicklungen in der Kirche, dass er die Christenheit wachgerüttelt hat…aber auch, dass es zu Konfrontation und Spaltung kam (30-jähriger Krieg). Quer durch Deutschland ging Jahrhunderte ein Riss durch die Christenheit!

Im Schmelztiegel der Katastrophe von 1945, aus der gemeinsamen Notlage heraus, ist aber nicht nur das Verständnis aller gesellschaftlichen Schichten und der Glaubensrichtungen füreinander gewachsen, es kam auch zu einer politischen Neubesinnung:
Es ist das besondere Verdienst der Wegbereiter und Weggefährten von Konrad Adenauer (Vorsitzender von 1950-1966), dass ihnen mit der Christlich Demokratischen Union eine konfessionsübergreifende Partei-Neugründung gelungen ist.
Sie war eine erste großangelegte ökumenische Aktion, die den Graben zwischen den christlichen Konfessionen überwinden half:
•    Die CDU als bürgerliche Sammelbewegung verfügte über ein tragfähiges ethisches Fundament: Das im christlichen Menschenbild grundgelegte, durch die christliche Sozialethik entfaltete soziale und politische Ethos.
•    Das „C“, das sollten wir nicht vergessen, hatte für die Gründer unserer Partei eine sehr tiefe und sehr konkrete Bedeutung. Es war die Antriebskraft für den Aufbruch aus den Trümmern in eine völlig ungewisse Zukunft.
•    Dem „C“ wurde die überzeugendste Antwort auf den national-sozialistischen Unrechtsstaat und zugleich die wirksamste Gegenwehr gegen die „Vergottung des Kollektivs“ durch den Kommunismus und dessen drohenden Anspruch auf Weltherrschaft zugetraut.
•    Das offene Bekenntnis zum „C“ war tiefste Überzeugung der Gründerväter- und Mütter unserer Partei.

Wie schwierig es ist, diesem Anspruch in der politischen Realität gerecht zu werden, hat unsere Bundeskanzlerin seit Herbst 2015 mit der Flüchtlingskrise leidvoll erfahren müssen: Sie konnte die verzweifelten Menschen, ihr Leid, ihre Not an der ungarischen Grenze nicht länger mit ihrem christlichen Gewissen vereinbaren – hat in einer einsamen Entscheidung die deutschen Tore geöffnet……wurde von den Medien, den meisten Parteien, ja der Weltöffentlichkeit ob ihrer humanitären Entscheidung gefeiert…, dann aber von einer riesigen Flüchtlingswelle überrollt….. es entstand ein Kontrollverlust, eine Überforderung aller kommunalen und staatlichen Ebenen: Städte / Kreise / Länder / Bund… und die Stimmung ist gekippt…… und Angela Merkel war die einsame Flüchtlingskanzlerin.
Was ist uns zum Problem geworden? Unser Grundgesetz garantiert politisch Verfolgten Asyl. Die unkontrollierte übergroße Flüchtlingswelle machte defacto aus Flüchtlingen Einwanderer, obwohl Asylrecht kein Einwanderungsrecht ist. Der Kontrollverlust (Sylvesternacht 2015 in Köln / Attentate in Bayern und jüngst in Berlin) macht deutlich, dass dieser Entwicklung Einhalt geboten werden muss. Daran wird auf allen politischen Ebenen fieberhaft gearbeitet. Wir müssen wissen, wer unberechtigt in unserem Land ist, abgelehnte Asybewerber zügig zurückführen, öffentliche Plätze besser überwachen und an den europäischen Außengrenzen für effektive Grenzkontrollen sorgen.

Deutschland steht in einem Spannungsverhältnis von notwendiger Ordnung im Innern und unumgänglicher Öffnung nach außen. Wir können nicht allen Leidgeprüften in der Welt dadurch helfen, dass wir sie bei uns aufnehmen – aber wir können ihnen in ihrem Kulturkreis helfen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern.

Wolfgang Rückert hebt dann als leuchtendes Beispiel hervor, wie seit 37 Jahren ein einzelner Priester mit seiner Kirchengemeinde durch Einsatz seiner Talente zum Segen für viele werden kann.
Den Erlös aus den jährlichen Krippenspenden lässt er rund um den Erdball in den ärmsten Regionen der Welt als Hilfe zur Selbsthilfe Früchte tragen: Jahr für Jahr 50., 60., 70.000 €! Franz Pitzal ist für ihn der moderne personifizierte Samariter und gibt uns ein Beispiel für praktizierte weltweite Solidarität!

Ein weiteres Beispiel: Vor 30 Jahre stellte  die CDU-Kreistagsfraktion einen Antrag jährlich 1 % des freien Haushaltsvolumens als Patenschaftsaktion für Hilfsprojekte in einer armen Region der Dritten Welt zur Verfügung zu stellen, das waren 1987 = 200.000 DM als Hilfe zur Selbsthilfe im eigenen Kulturkreis. Es kam ein Haushaltstitel zustande, der jeweils aufstockende Hilfe für Projekte freier und kirchlicher Träger aus dem Landkreis in der Dritten Welt ermöglichte. Im Laufe der Zeit wurden aber die jährliche Raten im Kreishaushalt auf 25.000€ reduziert, im Haushalt 2017 ist er wieder auf 50.000€ angehoben worden.

Wolfgang Rückert zieht aus den Geschehnissen 2015/16 die Schlussfolgerung:
Wenn nun unsere staatlichen Organe strikt die Aufnahme auf politisch-Verfolgte beschränken, Nicht-Berechtigte zurück führen und damit die Zahl der Bleiberechtigten deutlich reduziert wird…
Umso mehr steigt die christliche Pflicht zur Steigerung der Entwicklungshilfe für die Schwachen in den Herkunftsländern der Dritten Welt.
Er appelliert an die Parteifreunde in Bund/Land/Kreis diesen Weg zu gehen.
Nur dann können wir hier guten Gewissens in Frieden leben.

Unser Kandidat für die kommende Bundestagswahl, Marc Biadacz, gab anschließend noch sein Statement:
"Durch meine Erfahrungen und Erlebnisse als Ministrant in der katholischen Gemeinde Sankt Klemens in Böblingen, ist für mich das „C“ in der Union ein wichtiger Baustein in meinem persönlichen Leben. Mein politischer Kompass ist geprägt von einem offenen und ehrlichen Dialog, gerade auch in Fragen des Glaubens und der Religion. Gemeinsam müssen wir als Christen unsere Werte leben und diese auch gegebenenfalls gegen das Vergessen verteidigen."

       Die gesamte Ansprache finden Sie unter www.cdu-bb.de

Oder als PDF Datei

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